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  • Ingo Günther, Tschernobyl Wolke, 1989
  • Ingo Günther, Drogenschmuggel, 2023
  • Ingo Günther, Bevölkerungsverteilung, 2024
  • Ingo Günther, Gleichstellung der Geschlechter, 2023
  • Ingo Günther, Maritimer Kunststoff, 2018

Ingo Günther

Worldprocessor

29.03. - 27.10.2024

Das berühmte Foto Earthrise, das während der Apollo-8-Mission entstand, zeigt, wie die Erde über dem Mond aufgeht. Es wurde am 24. Dezember 1968 aufgenommen und gilt als wesentlicher Impuls für die Entstehung der Umweltbewegung, da es den „Overview-Effekt“ bietet, den Weltraumfahrer*innen immer wieder als ein bewusstseinsveränderndes Erlebnis beschrieben haben. Die Reise ins All kennt Gewinner und Verlierer, Katastrophen, den Wettkampf der politischen Systeme, den enormen Erkenntnisgewinn und den Blick zurück auf die Erde, der die Schönheit und die Fragilität des „Blauen Planeten“ offenbart. Wenn es in David Bowies Song Space Oddity von 1969 heisst „Planet Earth is blue / And there's nothing I can do“, dann schwingt darin auch die Ohnmacht mit, die Zerstörung des ebenso blauen wie traurigen Planeten wohlmöglich nicht mehr aufhalten zu können. 

Ludwig Wittgensteins Tractatus Logico-Philosophicus (1929) beginnt mit der Feststellung, dass die Welt alles sei, was der Fall ist. Und genau dieser Satz findet sich auch auf einem der mehr als 1.000 illuminierten Globen, die der Medienkünstler Ingo Günther (*1957, Bad Eilsen) seit 1989 geschaffen hat. Seine Worldprocessor-Globen zeigen ganz im Sinne Wittgensteins Sachverhalte, Zusammenhänge und Zustände der Welt und können als ein kritisches Kompendium zur Globalisierung verstanden werden. 

Ingo Günther studierte zunächst Ethnologie und Kulturanthropologie und besuchte anschließend die Düsseldorfer Kunstakademie. 1987 wurde er als Korrespondent bei den Vereinten Nationen in New York akkreditiert und begann sich eingehend mit der Visualisierung von statistischen Daten zu beschäftigen. Seine Globen zeigen visualisiertes Wissen und veranschaulichen Schuldenberge, Fahrzeugdichte, Migration, die Verschmutzung der Weltmeere, Rüstungsausgaben, den Rückgang der Biodiversität etc. als globale Tatsachen.

Die illuminierten Globen manifestieren eine variantenreiche und faktenbasierte Ästhetik über das Leben auf der Welt. Günther geht es in seiner künstlerischen Arbeit um das intellektuelle und emotionale Erfassen dieser Welt und er sieht sich selbst in der Rolle des nüchternen Berichterstatters von Informationen. In seiner künstlerischen Praxis verwendet er journalistische und wissenschaftliche Methoden und nutzt die Globen zur Präsentation sozialer, politischer, ökonomischer und militärischer Informationen. Der enorme Daten- und Wissenszuwachs sowie die rasanten Veränderungen der Welt-Verhältnisse erfordern, dass der Künstler seine Globen mittlerweile im Jahresrhythmus neu bearbeiten muss.

Ging es ihm anfangs darum, mittels weltumspannender Perspektive und in aufklärerischer Absicht Missstände und Ungerechtigkeiten aufzudecken, so musste er später zu seiner eigenen Überraschung feststellen, dass die globalen Daten die Entwicklung und Situation der Menschheit in den zurückliegenden 50 Jahren wesentlich erfolgreicher und besser erscheinen lassen und damit deutlich mit der Katastrophenberichterstattung der Massenmedien und dem Geraune der sozialen Medien kontrastieren. Vielleicht stehen ja die Chancen für hoffnungsvolle Weltbürger, die ein neues Bild von der Welt entwerfen wollen, gar nicht so schlecht. 

Planet Earth is still blue… aber es gibt eine Menge Dinge, die wir tun können.

Die nächsten Termine der Ausstellung

Der lebenslange Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung
Highlight
Der lebenslange Kampf um Freiheit und
Gleichberechtigung
Bericht und Diskussion
Dienstag 25.06.202418:00 Uhr
Gottorfer Globus
Anmeldung empfohlenAnmeldung empfohlen

Afghanistan hat eine patriarchalische Geschichte, in der Frauen unsichtbar gemacht werden. Auch wenn Frauen an vielen Stellen aktiv sind und waren, wird dies in der Geschichte nicht deutlich. Durch die Machtübernahme der Taliban hat sich die Situation der Frauen im Land extrem verschlechtert. Es gibt eine feministische Bewegung und aktive Frauen, die für Veränderungen kämpfen. Allerdings werden sie von vielen Konservativen und den Taliban gewaltsam angegriffen.
In der Veranstaltung wollen wir über den Widerstand der Frauen berichten und welche Rolle die politische Situation für die Situation der Frauen spielt. Wir erfahren, wie die afghanischen Frauen immer wieder von vorne anfangen mussten und immer wieder Opfer für die Freiheit gebracht haben.

Die Referentin Shamsia Azarmehr wuchs in Afghanistan auf. Sie hat dort Politik studiert und mit verschiedenen Organisationen zu den Themen Frauenrechte, Menschenrechte und Demokratie gearbeitet. Sie wird den Teilnehmenden einen Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse geben und mit ihnen diskutieren.

Besonders geeignet für:

Erwachsene

Moderation

Nicole Gifhorn, Referentin Shamsia Azarmehr

Veranstalter

Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI)

Anmeldung empfohlen, begrenzte Teilnehmerzahl

+49 (0) 4621 813 222, service@landesmuseen.sh

Dauer

90 min.

Kosten

12 € (inkl. Eintritt) / erm. 9 € (inkl. Eintritt)

Ausstellung

Ingo Günther

Internationale Entwicklungszusammenarbeit in unsicheren Zeiten
Vortrag
Internationale
Entwicklungszusammenarbeit
in unsicheren Zeiten
Urbanisierung - Demographie – Migration - Krieg und Frieden
Dienstag 02.07.202418:00 Uhr
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf | Vortragssaal
Anmeldung empfohlenAnmeldung empfohlen

Internationale Entwicklungszusammenarbeit befasst sich mit Themen und Problemen in anderen Ländern der Welt, weit weg von Deutschland, weit weg von Europa. Doch sind die Probleme anderer Länder wirklich so weit von uns entfernt? Und welche Länder sind eigentlich betroffen, und mit welchen Problemen? Welchen Beitrag leistet Deutschland in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit? Und nicht zuletzt, wer bestimmt eigentlich, welche Themen die deutsche internationale Entwicklungszusammenarbeit aufgreift? Frank Samol, seit einem Jahr in Schleswig lebend, berichtet aus seinen langjährigen Erfahrungen auf dem internationalen Parkett der Entwicklungszusammenarbeit.

Besonders geeignet für:

Erwachsene

Moderation

Nicole Gifhorn (Bildungsreferentin für Globales Lernen), Referent Frank Samol (Architekt und Stadtplaner)

Veranstalter

Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI)

Anmeldung empfohlen, begrenzte Teilnehmerzahl

+49 (0) 4621 813 222, service@landesmuseen.sh

Dauer

90 min.

Kosten

12 € (inkl. Eintritt) / erm. 9 € (inkl. Eintritt)

Ausstellung

Ingo Günther

Denk‘ noch mal nach, bevor du dein Leben riskierst!
Highlight
Denk‘ noch mal nach, bevor du dein Leben riskierst!
Lesung aus dem autobiographischen Bericht von Steven Ken Ojo über illegale Flucht, Asyl und Integration
Freitag 23.08.202418:00 Uhr
Gottorfer Globus
Anmeldung empfohlenAnmeldung empfohlen

Denk‘ noch mal nach bevor du dein Leben riskierst! ist der persönliche Bericht von Steven Ken Ojo über seine Flucht von Nigeria nach Europa bis nach Schleswig. Vom ersten Gedanken an eine Flucht bis zur Integration in Deutschland beschreibt er die außerordentlichen Probleme und Risiken illegaler Flucht. Das Ziel von Steven Ken Ojo ist die Aufklärung in Schleswig-Holstein und das Werben in Nigeria für legale Einreisen nach Europa. Weiterhin ist der Bericht ein eindringlicher Appell für Integration und für Verständigung in einer solidarischen Weltgemeinschaft.

Besonders geeignet für:

Erwachsene

Moderation

Nicole Gifhorn (Bildungsreferentin für Globales Lernen), Autor Steven Ken Ojo

Veranstalter

Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI)

Anmeldung empfohlen, begrenzte Teilnehmerzahl

+49 (0) 4621 813 222, service@landesmuseen.sh

Dauer

90 min.

Kosten

12 € (inkl. Eintritt) / erm. 9 € (inkl. Eintritt)

Ausstellung

Ingo Günther

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